Schröpfen

Die Schröpfbehandlung ist eine Jahrtausende alte Heilmethode. Durch ein mehr oder weniger starkes Vakuum wird ein Reiz auf das darunter liegende Gewebe ausgeübt, wodurch in diesem Bereich die Zirkulation von Blut und Lymphflüssigkeit angeregt wird.

Geschröpft wird über sogenannten Gelosen oder ausgewählten Akupunkturpunkten. Gelosen sind Verhärtungen im Unterhaut- und Muskelgewebe.

Durch Reize an der Körperoberfläche können Prozesse im Inneren des Körpers beeinflusst werden. Über die Meridiane besteht eine Verbindung zu den inneren Organen wie Leber, Magen, Niere und Darm. Diese werden in ihrer Arbeit unterstützt und zur Selbstheilung angeregt. Eine Störung eines Organs wirkt sich über die gleichen Verbindungen auch zurück auf die entsprechenden Hautareale aus. Diese sind dann oft schmerzhaft oder es lassen sich Verhärtungen ertasten – die bereits genannten Gelosen.

Bei der Schröpfkopfmassage wird ein einzelnes Schröpfglas wiederholt über einen Körperbereich gezogen. Gegenüber klassischen Massagearten hat sie den Vorteil, dass sie auch tief liegende Gewebeschichten erreicht.

Nach dem Schröpfen

Nach der Behandlung ist es wichtig, die geschröpften Hautbereiche vor Kälte und Zugluft zu schützen, sowie ausreichend Flüssigkeit zu trinken um den Körper beim Abtransport von Giftstoffen zu unterstützen.

(Neben)wirkungen

Durch den Unterdruck, der auf das Gewebe wirkt, können blaue Flecken entstehen. Je nachdem, wie gut durchblutet das betroffene Gewebe ist, verschwinden diese Hämatome innerhalb weniger Tage oder erst nach bis zu 12 Tagen. Durch regelmäßige Anwendung wird die Durchblutung des Gewebes gefördert, wodurch mit der Zeit nur mehr schwache bis gar keine Hämatome mehr entstehen – das ursprüngliche Problem ist somit ebenso beseitigt.

Der Unterdruck wirkt wie eine Bindegewebsmassage. Die Zirkulation von Qi, Blut und Lymphflüssigkeit wird aktiviert. Dadurch können Stagnationen beseitigt werden, die tief in der Muskulatur liegen. Aus westlicher Sicht wird der schmerzlindernde Effekt durch die Freisetzung von Endorphinen und den verstärkten Abbau von Prostaglandinen (das sind an Entzündungen und Schmerzen beteiligte Lokalhormone) verursacht. Der Stoffwechsel in den Zellen und damit dem Gewebe wird aktiviert, das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte angeregt.

Bei der Schröpfkopfmassage, bei der die Schröpfköpfe über größere Körperbereiche gezogen werden, kann es zu einer Art Muskelkater kommen. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Stoffwechsel im Muskel- und Bindegewebe aktiviert wurde. Der Muskelkater ist meistens nach 1-2 Tagen wieder verschwunden. Zur Unterstützung kann ein warmes Bad mit Basenzusätzen genommen werden.

Anwendungsbereiche

Im Sportbereich ist Schröpfen hervorragend geeignet, um schlecht durchblutete Muskelverspannungen zu lösen, die zum Beispiel Schmerzen im Schulter-, Nacken- oder Lendenbereich verursachen. Ein weiteres Beispiel sind durch Fehlbelastungen entstandene Verhärtungen in der Oberschenkelmuskulatur, die sich wiederum auf das Knie auswirken können. In den meisten Fällen ist eine sofortige Entspannung spürbar.

Durch die Wirkung auf die inneren Organe lassen sich auch Beschwerden im Magen-Darmbereich lindern und Gallenblasenbeschwerden bessern. Auch zur Abwehr von beginnenden Erkältungen und bei Kopfschmerzen und Migräne ist eine Schröpfbehandlung geeignet. Selbst akute Menstruationsschmerzen können schnell gelindert werden.

Wie oft muss behandelt werden?

Wie so oft, gibt es auch hier keine allgemeingültige Regel. So individuell die Beschwerden sein können, so individuell ist die Behandlung.

Jedenfalls sollten entstandene Hämatome großteils wieder abgeklungen sein, bevor man auf die selbe Stelle wieder einen Schröpfkopf aufsetzt. Bei chronischen Beschwerden bedeutet das in den allermeisten Fällen eine wöchentliche Behandlung über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen bis Monaten. Bei akuten Beschwerden kann unter Umständen eine Behandlung ausreichen oder in Abständen von wenigen Tagen geschröpft werden, bis die Beschwerden verschwunden sind.